Preise & Kosten

Erwirbt man einen Treppenlift, können die Kosten geradezu umwerfend sein. Preise in vierstelliger Höhe stellen die Normalität dar. Doch warum eigentlich? Welche Faktoren bestimmen die Preise für Treppenlifte und welche Wege gibt es, den hohen Kosten aus dem Wege zu gehen?

Zunächst gilt es festzuhalten, dass mehrere Akteure an den hohen Kosten beteiligt sind und Einfluss darauf nehmen, da viele Hände notwendig sind, ehe ein Treppenlift fachgerecht installiert im eigenen Treppenhaus genutzt werden kann. Daher unterscheiden sich Treppenliftpreise auch enorm von Modell zu Modell. Preisliche Unterschiede gibt es unter anderem zwischen

  • geraden und kurvigen Treppenhäusern,
  • innen und außen montierten Treppenliften,
  • Treppen mit unterschiedlicher Kurvenanzahl oder unterschiedlichem Neigungswinkel,
  • verschiedenen Händlern und Herstellern,
  • dem ausgewählten Modell
  • sowie vielen weiteren Faktoren

So ist die Installation in geraden und innen gelegenen Treppenhäusern in mehrerlei Hinsicht und insbesondere aus finanzieller Perspektive gesehen weniger aufwendig als die Montage von Kurventreppenliften im Außenbereich einer Immobilie. Außerdem müssen Treppenlifte, die außen installiert werden, wetterbeständig sein, was dementsprechend einen höheren Aufwand bei der Produktion und Fertigung bedeutet, da alle Materialien wetterfest sein müssen. Hinzu kommt, dass der Montageaufwand bei besonders steilen oder gewundenen Treppen höher ist als bei leichter Neigung und nur wenigen Kurven.

Nichtsdestotrotz basiert der größte preisliche Unterschied auf der gegebenen Marktsituation vor Ort. In zahlreichen Regionen innerhalb Deutschlands bestehen sogenannte Quasi-Monopolstrukturen. Das bedeutet, dass zwar grundsätzlich ein polypolistischer Markt vorliegt, in den Wettbewerber eintreten könnten, es sich aber häufig für neue Wettbewerber nicht lohnt, das Risiko einzugehen, sodass nur ein Anbieter einen weiten Raum bedient und mit Treppenliftern versorgt. Dieser besitzt natürlich eine Verhandlungsmacht und steht nicht unbedingt unter Preisdruck. Aufgrund dessen sollten – unabhängig von der Seriosität des Händlers – die Preise und deren Zusammensetzung bei jedem Kauf hinterfragt werden. Ein Preisvergleich zahlt sich daher selbstredend aus. Im Wesentlichen sollten dabei die Angebote verschiedener Händler und Hersteller miteinander verglichen werden und Kostenunterschiede herausgearbeitet werden. Wichtig ist es auch, vor dem Kauf abzuklären, ob Servicleistungen wie spätere Reparaturarbeiten bereits im Preis inbegriffen sind oder ob diese zusätzlich anfallen. Diese sorgen über die Zeit hinweg nämlich für erhebliche Zusatzkosten. Außerdem spielt die Beschaffenheit der Treppe eine Rolle. Ein Einbau von Stützen auf Marmortreppen kann ungleich mehr Aufwand bedeuten als eine Montage bei anderen Treppenmaterialien.

Des Weiteren ist natürlich das ausgewählte Modell von entscheidender Bedeutung. Es gibt grundsätzlich die fünf Modellklassen

  1. Sitzlift
  2. Plattformlift
  3. Rollstuhllift
  4. Hängelift
  5. Hublift

All diese Modellklassen haben ihre Besonderheiten und Eigenschaften, welche sich auch auf den Preis niederschlagen. Als günstigstes Modell gilt generell der gerade verlaufende Sitzlift, da er für viele Treppenhäuser gut geeignet ist und dementsprechend in hoher Stückzahl produziert wird.

Im Folgenden sind außerdem die wichtigsten grundlegenden Kostenfaktoren für Treppenlifte zusammengefasst:

  • Beratung durch einen Händler inkl. Aufmaß
  • ausgewähltes Treppenliftmodell (Modelleigenschaften, Extras)
  • Treppenverlauf im ausgewählten Treppenhaus
  • Anzahl der Schienenmeter
  • Aufwand für Service und Wartung des Lifters

Für all diese Arbeitsschritte durch die jeweiligen Experten auf ihrem Gebiet entstehen insgesamt Kosten im höheren vierstelligen Bereich, wie in der untenstehenden Tabelle abgelesen werden kann. Die Preise beziehen sich jeweils auf die Installation eines Treppenlifts in einem Treppenhaus, wobei nach der Installation zwei Stockwerke über einen Treppenlift miteinander verbunden sind.

Treppenliftmodellklasse zu erwartender Preis
Sitzlift ca. 3.000 bis 8.000 Euro
Plattformlift ca. 5.000 bis 10.000 Euro
Rollstuhllift ca. 5.000 bis 10.000 Euro

Daraus folgend stellt sich für Treppenliftbedürftige die Frage, wie die Preise und Kosten für Treppenlifte effektiv geschmälert werden können. Hierfür bietet es sich an, Zuschüsse zu beanspruchen, die von unterschiedlichen Stellen gewährleistet werden. Als Finanzierungspartner dienen zum Beispiel

  • Pflegekassen (nach §40 Abs. 4 SGB XI)
  • Versorgungsämter
  • Stiftungen
  • private Gönner
  • Wohlfahrtsverbände
  • regionale Förderer
  • Berufsgenossenschaften
  • Betriebskassen
  • private Gönner
  • Haftpflichtversicherungen des Unfallverursachers im Falle eines Unfalls

Außerdem können die Kosten für den Einbau eines Treppenlifts mitunter von der Steuer abgesetzt werden. Auch eine Kreditaufnahme ist möglich. Beispielsweise vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) günstige Kredite bei Wohnraumanpassungen.

Sind die Kosten dann immer noch zu hoch, bietet sich der Erwerb eines gebrauchten Treppenlifts an, wobei es häufig schwierig ist, ein Modell ausfindig zu machen, welches genau jenen Bedürfnissen entspricht, die ein Bedarfsfall mit sich bringt.

Ferner besteht die Möglichkeit der Anmietung von Treppenliften. Hierbei verbleibt der Treppenlift im Eigentum eines Vermieters, während die bedürftige Person für den Einbau eine Einmalzahlung leistet und danach eine monatliche Summe in Höhe von ca. 75 bis 150 Euro abstottert. Die Mieten variieren ebenfalls entsprechend der oben genannten Merkmale wie etwa dem ausgewählten Modelltyp.

Dennoch sollte bei der Miete bedacht werden, dass man in diesem Falle keinen Wiederverkaufswert bei einem eventuellen späteren Verkauf des Objektes einkassieren kann.